Welche Kosten fallen bei einem Investmentfonds an (Teil 5)

Fondsdepot

Die Kosten eines Investmentfonds setzen sich zusammen aus dem Ausgabeaufschlag (Agio), den Verwaltungskosten, der Depotgebühr und manchmal einer Erfolgsbeteiligung des Managements.

1. Kosten beim Investmentkauf

Welche Kosten im Einzelnen anfallen, hängt vom jeweiligen Investmentprodukt ab. Grundsätzlich ist mit folgenden Kosten zu rechnen:

Agio

In der Regel zahlt der Anleger einen Ausgabeaufschlag. Der Ausgabeaufschlag (Agio) ist die Differenz zwischen dem Ausgabepreis und dem Anteilswert. Im Schnitt liegen das Agio von Aktienfonds und Immobilienfonds bei 5 % des Anlagebetrags, Rentenfonds bei ca. 3 % und Geldmarktfonds bei 0 %.

2. Kosten innerhalb des Investmentfonds

Verwaltungsvergütung

Die Fondsgesellschaft erhält für das Management der Fonds eine Verwaltungsvergütung. Die Verwaltungsgebühr ist abhängig vom gewählten Investmenttyp. Die jährlichen Gebühren liegen allgemein  bei  0,1 – 1,75 % p.a., die sich aus dem Nettoinventarwert des Fonds berechnen und aus diesem entnommen werden.

3. Depotgebühren

In Deutschland ist gesetzlich vorgeschrieben, dass das Vermögen eines Investmentfonds bei einer Depotbank hinterlegt ist. Für die Verwahrung des Fondsvermögens erhält die Depotbank eine Vergütung, die sogenannten Depotgebühren.  Einige Investmentfonds erheben zusätzlich eine erfolgsabhängige Gebühr, sofern der Fondsmanager die Wertentwicklung seiner gesetzten Ziele übertroffen hat. Die Kosten werden direkt aus dem Fonds entnommen. In den laufend ausgewiesenen Wertentwicklungen der Investmentfonds sind diese Kosten bereits berücksichtigt.

Gesamtkostenquote

Innerhalb eines Investmentfonds gibt es zudem Kosten, wie Druck- oder Wirtschaftsprüfungskosten, die dem Fondsvermögen belastet werden und im Bericht ausgewiesen sind. Wollen Anleger die Kosten verschiedener Investmentfonds vergleichen, können sie sich an der Gesamtkostenquote (Total Expense Ratio, TER) orientieren. Diese Kennzahl schließt nicht den Ausgabeaufschlag und eine eventuell anfallende erfolgsabhängige Vergütung ein, da diese Kosten auf der Ebene des Anlegers liegen.

 

Einen Gesamtüberblick aller anfallenden Kosten werden in einem Produktinformationsblatt zusammengefasst.

Produktinformationsblatt

Bei Investmentfonds  wird das Produktinformationsblatt als „Wesentliche Anlegerinformationen“  auch „Key-Investor-Information-Document“ (KIID oder verkürzt KID) bezeichnet. Das KID ersetzt den Vereinfachten Verkaufsprospekt.

Was enthält ein KID?

Ein KID hat einen Umfang von zwei Seiten. Ein KID bietet standardisierte (und somit gut vergleichbare) Informationen über wesentliche Eigenschaften des Fonds in knapper Form:

  • Identität des Fonds
  • Beschreibung der Ziele und der Anlagepolitik
  • Risiko- und Ertragsprofil
  • Kosten
  • Frühere Wertentwicklung
  • Praktische Informationen

 

In der nächsten Ausgabe:

Grundlagen der Abgeltungsteuer bei Investmentfonds (Teil 6)

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Über HJM Finanz- und Versicherungsmakler

Hans-Jürgen Müller – beruflicher Werdegang:
Steuerfachgehilfe, Bilanzbuchhalter (IHK), Ausbildungslehrgang zum Steuerberater, Fachberater der Finanzdienstleistungen (IHK), Unternehmensberater. Seit 1988 tätig als unabhängiger Finanz- und Versicherungsmakler.
Erlaubnis nach § 34c Abs.1 GewO Stadt Kerpen (Immobilien, Darlehensvermittlung, Finanzierung)
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